Energiekosten sparen

VERHEIZ DEIN GELD NICHT!

Wir haben diese Broschüre mit bestem Wissen für Sie zusammengestellt. Die Dynamik der gesamten Thematik ist allerdings rasant. Was heute aktuell ist, kann morgen schon wieder überholt sein. Alle genannten Maßnahmen entsprechen dem Redaktionsschluss Ende August 2022.

Soweit es weitere gesetzliche Vorgaben oder Regelungen gibt, werden diese von uns natürlich in Ihrem Sinne bestmöglich umgesetzt.

Energie- und Klimakrise
WIR SIND FÜR SIE DA!

Liebe Mitglieder,

die Nachrichten in diesen Tagen sind überwiegend düster: Kriegsberichte, Inflation, Materialengpässe, Klimakrise und Energieengpässe sorgen immer wieder für schlechte Stimmung.

Eines ist uns wichtig: Wir sind für Sie da! Wir kümmern uns um alle wichtigen Themen rund um ihre Wohnung. Diese Sonderbroschüre soll zeigen, was wir tun, um Sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Wir beantworten die wichtigen Fragen für die kommenden Monate:

  • Wo steht der Wohnungsverein energetisch?
  • Was kann technisch optimiert werden?
  • Was ist wirtschaftlich sinnvoll?
  • Was kann ich als Wohnungsnutzer beitragen?
  • Was sollte ich lieber bleiben lassen?
  • Wie soll das alles bezahlt werden?

Eines ist klar: Unsere Genossenschaft stellt seit 120 Jahren erfolgreich Wohnungen für Ihre Mitglieder zur Verfügung. In dieser langen Zeit haben wir zahlreiche Krisen und Kriege überstanden sowie unendlich viele Probleme gelöst. Wir werden auch diese Hürden nehmen und positiv in die Zukunft blicken.

Gemeinsam schaffen wir das!

 Ihr Heinz-Michael Bertram, Holger Fehrmann

Energie- und Klimakrise

VORSTANDSINTERVIEW

Überdurchschnittlich gute Ausgangsbasis – Weitblick zahlt sich aus

Die Klimakrise ist aufgrund des Ukrainekrieges etwas in den Hintergrund gerückt. Wie sieht’s denn eigentlich mit dem klimaschädlichen Kohlendioxid beim Wohnungsverein aus? Holger Fehrmann: Wir investieren jetzt seit ungefähr zwanzig Jahren konsequent in die Modernisierung und Erneuerung unseres Wohnungsbestandes. Das zahlt sich heute in vielfacher Hinsicht aus.

Was heißt das konkret?

Holger Fehrmann: Unsere Klimabilanz ist fertig und zertifiziert. Wir haben unseren Status auf der Basis der Verbrauchswerte von 2021 ermittelt und können feststellen, dass wir die Vorgabewerte von 2040 schon heute weitgehend einhalten. Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 haben wir unsere Werte bereits um 85,6 % reduziert. Ziel sind 88 %, da fehlt also nicht mehr viel.

Mit diesem Wert dürfte die Genossenschaft
am Markt ziemlich weit vorne liegen. Wie geht
das denn?

Holger Fehrmann: Das geht nicht von heute auf morgen, sondern ist das Ergebnis einer langfristigen Strategie. Wir haben schon investiert, als die Treibhausgase noch weniger im öffentlichen Fokus standen als heute. Konkret verwenden wir ohne nennenswerte Mehrkosten ausschließlich Ökostrom im Unternehmen. In der Wärmeversorgung haben wir einen sehr hohen Anteil an Fern- und Nahwärmenetzen, die sich aufgrund geplanter Investitionen sehr positiv auswirken. Außerdem sind unsere Gebäude durch die zahlreichen Neubauten und Modernisierungen unterdurchschnittlich jung und energetisch optimiert.

Bemerkenswerte Entwicklung. Aber wie sieht’s denn mit den Verbrauchswerten aus?

Holger Fehrmann: Der Wohnungsverein hat ausschließlich energetisch modernisierte Gebäude in seinem Bestand. Das macht sich in den Verbräuchen deutlich bemerkbar. Bei unseren Mitgliedern steigen die Kosten jetzt natürlich auch, aber auf erheblich niedrigerem Niveau. Wir sehen dennoch Potential für weitere Verbesserungen in unseren Gebäuden und bei den Verbrauchern.

Frage: Wie gehen Sie mit den denkmalgeschützten Gebäuden um?

Holger Fehrmann: Wir haben drei Denkmäler in unserem Bestand. In allen drei Objekten haben wir in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt bereits umfangreiche energetische Maßnahmen durchgeführt und werden weiter investieren. Das Neubauniveau können wir natürlich nicht erreichen.

Was können die Mitglieder selber tun, um den Verbrauch zu reduzieren?

Heinz-Michael Bertram: Dazu gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die wir in dieser Broschüre und in der Beilage umfassend beleuchten.

Wie gehen Sie mit „Energieverschwendern“ um?

Heinz-Michael Bertram: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Niemand soll an den Pranger gestellt werden, nur weil er mal gemütlich in der Badewanne sitzt oder das Wohnzimmer mollig warm temperiert. Wir werden auch nicht tagsüber die Warmwassertemperatur reduzieren. An so einem Quatsch beteiligen wir uns nicht freiwillig. Wir haben analysiert, wer besonders viel oder wenig Energie verbraucht und werden Gespräche führen – immer im Interesse des Mitgliedes.

Die Mitglieder interessieren aktuell vor allem die Kosten. Wie sieht’s da aus?

Heinz-Michael Bertram: Eigentlich viel besser, als man denken könnte. Im Gassektor haben wir uns langfristig günstige Preise gesichert, unser Liefervertrag läuft bis einschließlich 2024. Das ist eine gute Ausgangsbasis, auch unter der Berücksichtigung der Sonderumlagen. Bei der städtischen Fernwärme – vormals Vattenfall – sieht es durch den aktuell noch hohen Kohleanteil auch ganz gut aus. Die Stadt hat allerdings leider unsere Sonderrabatte gekündigt. Schwierig sind hingegen die Blockheizkraftwerke, die mit Erdgas befeuert werden und gleichzeitig Strom erzeugen. Hier läuft der Gaseinkauf nicht über unseren günstigen Rahmenvertrag, sondern über die jeweiligen Betreiber. Die Kostensteigerungen für diese Anlagen sind leider gravierend. Zum Glück betrifft dies aber „nur“ vier Wohnanlagen in Bergedorf, Bramfeld, Langenhorn und Klein Borstel.

“Wir verwenden ohne nennenswerte Mehrkosten ausschließlich Ökostrom im Unternehmen.”

Was sind Ihre wichtigsten Ziele für die nächsten Jahre?

Heinz-Michael Bertram: Aktuell bestätigt sich, dass der Weg der vergangenen Jahre genau richtig war. Wir werden konsequent weiter in unseren Wohnungsbestand investieren und so einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und zur Bewältigung der Energiekrise leisten. Ganz „nebenbei“ haben wir dann ja auch noch das eine oder andere Problem am Wohnungsmarkt zu lösen. Die Wohnraumbedarfe in dieser Stadt sind unverändert sehr hoch. Für viele Mitglieder müssen wir die „Traumwohnung“ erst noch bauen.

Richtig heizen

Genossenschaft sponsort Energielotsen

Die Heizkostenabrechnung ist der Tag der Wahrheit: Wer viel heizt oder zu lange geduscht hat, bekommt die Rechnung präsentiert. „Da ist der eine oder andere dann manchmal doch erstaunt, welche Auswirkungen das eigene Verhalten auf die Kosten haben kann“, erklärt Heizkostenexpertin Karen Stellner aus der Buchhaltung.

Die Auszubildende Julie Matuschek zieht bald in ihre erste eigene Wohnung. Energielotse Rolf Krautter erklärt ihr, wie sie hohe Heizkosten vermeiden kann, ohne frieren zu müssen.

Genau hier will der Wohnungsverein ansetzen: „Wir haben uns genau angeschaut, wer in den Wohnanlagen auffallend hohe Energieverbräuche für Heizung und Warmwasser hat. Gemeinsam mit der Caritas Hamburg haben wir ein Beratungskonzept entwickelt, um die betroffenen Mitglieder zu unterstützen“, erläutert Vorstandsmitglied Heinz-Michael Bertram. „Die Kosten dieses Pilotprojektes trägt die Genossenschaft. Wir wollen so frühzeitig aktiv werden, bevor im nächsten oder übernächsten Jahr die Heizkostenabrechnungen verschickt werden.“

Die Beratung erfolgt durch die Mitarbeiter der Caritas – selbstverständlich freiwillig und streng vertraulich. Die Genossenschaft erhält keine Informationen über die Inhalte der Gespräche in den Wohnungen der Mitglieder. „Deshalb kann sich auch niemand um eine solche Beratung bewerben. Wir gehen vielmehr aktiv auf auffällige Mitglieder zu und bieten unser Hilfsangebot an.“

Das Angebot gilt auch für junge Mitglieder, die erstmalig in eine eigene Wohnung ziehen.

Aus der Sicht der Genossenschaft ist das individuelle Verhalten der Bewohner mindestens genauso wichtig, wie die zahlreichen technischen Maßnahmen. Heinz-Michael Bertram:

“Eine tolle Heizungstechnik hilft nichts, wenn den ganzen Tag die Fenster offenstehen.”

Duscherlebnis

Sparen und genießen

Unser Angebot für Sie: Sparen Sie Warmwasser und genießen Sie gleichzeitig! Lassen Sie Ihre Dusche mit der „PowderRain“-Handbrause des Markenherstellers hansgrohe ausstatten. Die pflegeleichte Handbrause bietet Abwechslung durch drei Strahlarten: Sanft einhüllender „PowderRain“, kräftiger Regenstrahl „IntenseRain“ und ein entspannender Massagestrahl.

Zum Sonderpreis von einmalig 30 Euro bringt Ihnen Ihr Hausmeister die Handbrause vorbei und montiert sie auch gleich. Bitte melden Sie sich bei Interesse direkt bei Ihrem Hausmeister. Das Angebot gilt nach Verfügbarkeit. Zur Verwaltungsvereinfachung erstellen wir keine formalen Rechnungen, die Bezahlung erfolgt in bar beim Hausmeister.

Für ausgetüftelte Sparfüchse: Wenn Sie die Handbrause bei uns in der Geschäftsstelle abholen, bezahlen und selbst montieren, erhalten Sie einen Sonderpreis von einmalig 25 Euro.

Kreative Energieversorger

Drehen an der Preisschraube

Weit über achtzig Prozent unserer Wohnanlagen werden mit Energie aus Fern- und Nahwärmenetzen versorgt. Die Preisentwicklungen sind abhängig von komplizierten Preisgleitklauseln. Alle Versorger haben die gesetzlichen Möglichkeiten genutzt, um die gestiegenen Einkaufskosten schneller an die Verbraucher weiterzugeben.
“Wir prüfen alle geforderten Preisänderungen genau, lassen uns rechtlich beraten und ziehen notfalls im Sinne unserer Mitglieder auch vor Gericht.”

Blockheizkraftwerk Bruno-Lauenroth-Weg

Dies berichtet Vorstand Heinz-Michael Bertram. Konkret sieht die Situation bei den Versorgern wie folgt aus:

HanseWerk (Fernwärme)
(Fernwärmenetz, Bereich Rahlstedt, Farmsen-Berne, Tonndorf): Keine Anpassung der Vertragswerke, aber Erhöhung durch bestehende Preisgleitklausel.

HanseWerk (Blockheizkraftwerke)
(2 Blockheizkraftwerke, Klein Borstel und Bramfeld): Keine Anpassung der Vertragswerke, aber gravierende Erhöhung durch bestehende Preisgleitklausel.

Hamburger Energiewerke
(Stadtnetz, vormals Vattenfall): Die Hamburger Energiewerke haben den bisherigen Preisnachlass von 13,1 % widerrufen und die Verträge gekündigt. Unsere Mitglieder leiden also doppelt – durch die Preissteigerungen und den Entfall des Nachlasses. Im Vergleich bleiben die Energiewerke aber dennoch verhältnismäßig „günstig“ – dank der ungeliebten Kohle als Brennstoff.

Vattenfall
(2 Blockheizkraftwerke, Langenhorn und Bergedorf): Die Preisgleitklausel hat ein starkes Marktelement und reagiert sensibel auf Marktveränderungen. Gut, wenn die Gaspreise sinken – schlecht, wenn die Preise steigen. Hier läuft derzeit ein rechtliches Prüfungsverfahren. Wir versuchen, das Vertragswerk im Sinne der Mitglieder zu optimieren.

GETEC
(Kraftwerk Tonndorf): Beste ökologische Werte im Unternehmen, keine relevanten Vertragsänderungen.

Um fair zu bleiben: Grundsätzlich ist es nicht zu beanstanden, wenn bei langfristigen Verträgen die Kalkulations- und Vertragsbasis aktualisiert wird. Einseitige Ausnutzung von Abhängigkeiten ist aber nicht in Ordnung. Verträge müssen ausgeglichen sein.

Warmwasser

Sparen mit Verstand

Kürzer Duschen, weniger Baden – das ist in Ordnung. Gesundheitliche Gefahr droht aber, wenn über längere Zeiträume kaum Warmwasser gezapft wird. „Dann können sich gefährliche Legionellen im Leitungsnetz entwickeln“, berichtet Jan-Bernd Köller, Technischer Leiter beim Wohnungsverein.

Köller weiter: „Bei unseren Wasseruntersuchungen finden wir jedes Jahr in mehreren Wohnanlagen Legionellen. Das muss beim Gesundheitsamt gemeldet werden.“ Verursacher sind meist die Mieter selber: Wenn am Waschbecken längere Zeit kein Warmwasser gezapft wird, die Dusche kalt bleibt oder die Wohnung nicht genutzt wird, dann droht Legionellenbefall.

“Also: Sparen ist in Ordnung, Geizen bewirkt genau das Gegenteil und verursacht hohe Folgekosten sowie lästige Folgetermine.”
Nutzerverhalten

Energie sparen und gesund wohnen

Als Beilage verteilen wir eine Informationsbroschüre „Richtig heizen und lüften“. Auch wenn manch einer das Thema nicht mehr hören kann – es macht durchaus Sinn, das Merkblatt noch einmal zu lesen: Die Broschüre enthält zahlreiche Informationen, um bares Geld zu sparen und gibt Orientierungswerte für die optimale Raumtemperatur.

Hausmeister Norbert Schultz ergänzt:

“Richtiges Stoßlüften in jeder Jahreszeit spart Geld und verhindert die Schimmelbildung. Wohnräume müssen gezielt geheizt und gelüftet werden – sie dürfen nie auskühlen.”
Heizkosten senken

Durch Fenstermodernisierung

Vor allem in den Stadtteilen Hamm und Eilbek hat der Wohnungsverein noch viele Wohnanlagen mit älteren Holzfenstern. „Wir haben entschieden, in den nächsten Jahren ein Programm zur Erneuerung dieser Fenster zu starten. Damit wollen wir einen weiteren Beitrag zur Energieeinsparung leisten“, berichtet Architekt Folker Sahlmann aus der Technischen Abteilung. „Beginnen wollen wir 2023 im Chapeaurougeweg auf der Straßenseite mit den geraden Hausnummern.“

Ein Sonderfall ist das Gebäude Lattenkamp/
Lattenkampstieg in Winterhude: „Dies ist eines unserer schönsten, denkmalgeschützten Gebäude. Leider sind die Kosten für den Fensteraustausch mit rund 1,6 Millionen Euro für gerade mal 60 Wohnungen extrem hoch“, berichtet Vorstand Holger Fehrmann. Ursache dafür sind die Vorgaben des Denkmalschutzamtes und des Arbeitsschutzes.

Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden kann. Die Mitglieder werden hierüber direkt informiert.

“Wir müssen heute das gesamte Gebäude einrüsten, um Fenster auszutauschen. Das kostet viel Geld.”

Die Planungen für Fenstermodernisierungen stehen unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit: „Holz, Kunststoff und Beschläge sind verfügbar. Probleme gibt es aber in der Glasindustrie. Jede Glasscheibe wird millimetergenau passend angefertigt und die Glasindustrie zählt zu den energieintensivsten Branchen. Wir können nicht absehen, was sich hier in den nächsten Monaten entwickelt“, so Folker Sahlmann.

Wohnanlage Hasselbrookstraße
Photovoltaik

Kleinkraftwerke auf dem Balkon?

Die Neubauten des Wohnungsvereines werden ab 2023 standardmäßig mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. Man mag es kaum glauben, aber bislang war das nicht möglich: „Noch bis vor kurzem waren schon geringe Erträge aus dem Stromverkauf steuerschädlich für die Genossenschaft. Hier hat aber der Gesetzgeber zum Glück eine Lösung gefunden, so dass wir das Thema jetzt voranbringen können“, berichtet Jan Krückemeyer, Leiter der Buchhaltung.

Für die großen Anlagen auf dem Dach wurden also Lösungen gefunden. Aber wie sieht’s mit kleinen Photovoltaikpaneelen auf dem Balkon aus? Dazu erklärt Hausmeister Michael Bremer: „Grundsätzlich ist das möglich, es müssen aber zahlreiche technische und rechtliche Auflagen eingehalten werden, die auch mit Kosten verbunden sind.“ So muss eine Anmeldung beim Netzbetreiber erfolgen und der Stromzähler muss unter Umständen ausgetauscht werden. Außerdem sollte eine Außensteckdose vorhanden sein, da Fensterprofile und Wände nicht durchbohrt werden dürfen. Aus Haftungsgründen ist die Montage am Balkongeländer nicht möglich.

Aus seiner Erfahrung heraus dämpft Hausmeister Michael Bremer die Erwartungen etwas:

“Einzelne Strommodule auf dem Balkon bringen nicht viel Leistung und mindern den Platz auf dem Balkon.”

Wer hier tätig werden möchte, kann sich gerne an unsere technische Abteilung wenden. Ansprechpartnerinnen sind:

Tatjana Damaschke Tel. 251927-16 und
Michaela Apollonio Tel. 251927-35.

Mieterstrommodelle

Eine gute Idee mit viel Bürokratie

Die Idee von Mieterstrommodellen ist es, lokal produzierten Strom auch lokal zu verbrauchen. Das hat zwei Vorteile: Zum einen wird das Stromnetz entlastet, zum anderen profitieren Stromanbieter und Mieter direkt, da der selbst produzierte Strom günstiger ist als der Strom vom Energieversorger. Seit 2017 können Photovoltaikanlagen auf Miethäusern zudem durch den Mieterstromzuschlag gefördert werden.

Die Bundesregierung will mit dem Modell des Mieterstroms die Energiewende in die Städte tragen, doch der Erfolg lässt auf sich warten. Eine Reform soll nun Abhilfe schaffen. Ob das klappt, ist fraglich. Im vergangenen Jahr waren deutschlandweit Mieterstromanlagen mit einer Gesamtleistung von gerade einmal 13,9 Megawatt installiert. Die Fördermittel hätten für 500 Megawatt gereicht – pro Jahr.

Das geringe Interesse an Mieterstrom-Modellen überrascht wenig, denn die bürokratischen und finanziellen Hürden sind hoch. Um eine Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu bekommen, müssten Vermieter gleichzeitig auch alle Pflichten eines Stromversorgers übernehmen. Dazu zählen zum Beispiel die Abrechnung gegenüber den Mietern und die jährliche Meldung beim Netzbetreiber. „Das Modell ist zu bürokratisch“, kritisiert Vorstand Holger Fehrmann.

“Wir dürfen noch nicht einmal den produzierten Strom für die Beleuchtung des Hauses einsetzen und über die Nebenkosten abrechnen.”
Als Notlösung werden jetzt immer wieder Dächer an externe Dienstleister verpachtet, die die gesamte Administration und den Betrieb der Anlage übernehmen. „Auch dieses Modell ist zu kompliziert und macht Probleme, wenn das Dach mal kaputt ist. Außerdem will der Dienstleister auch Geld verdienen“, so der Vorstand.

„Uns geht es nicht darum, hier zusätzliche Gewinne zu erzielen. Wir brauchen auch keine weitere Förderung. Wir hoffen vielmehr, dass die Bundesregierung wie versprochen das Thema anpackt und die Vorgaben deutlich vereinfacht. Dann sind wir auch mit Volldampf dabei.“

Blockheizkraftwerke

Gestern hipp, heute teuer

Sie galten viele Jahre lang als gute Lösung für die Wärmeversorgung von Wohngebäuden: Mit Erdgas befeuerte Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom erzeugen. Im Bestand des Wohnungsvereines gibt es insgesamt vier Anlagen, die von Dienstleistern professionell betrieben werden. Die Vorteile eines Blockheizkraftwerks liegen im hohen Wirkungsgrad, in der reduzierten Schadstoffemission, der Einsparung von Energiekosten, einer hohen Automatisierung und der geringen Geräuschentwicklung.

Nachteile sind die hohen Anschaffungskosten und der Einsatz von Brennstoffen. „Blockheizkraftwerke sind abhängig von fossilen Brennstoffen. Steigen die Preise, steigen auch zwangsläufig die Heizkosten“, erläutert Karen Stellner, die für die ordnungsgemäße Abrechnung der Nebenkosten beim Wohnungsverein verantwortlich ist.

Karen Stellner

Der Wohnungsverein ist aber auch bei diesem Thema aktiv:

“Die Wärmelieferverträge laufen meistens 15 Jahre. Wir fangen jetzt an, für die ersten Blockheizkraftwerke Folgelösungen mit niedrigeren Kosten zu erarbeiten. Konkret im Blick haben wir die Wohnanlage Paula-Westendorf-Weg. Wir hoffen, hier im nächsten Jahr zu einer Lösung zu kommen.”

Schneller geht es leider nicht, da das Kraftwerk diverse Eigentümer mit Wärme versorgt. Aufwendige Abstimmungsprozesse sind die Folge.

Energiekrise

Wie soll ich das denn bezahlen?

Eines steht schon heute fest: Es wird teuer! Die Folgen des Ukrainekrieges spüren wir alle schon lange täglich im Geldbeutel. Die Bundesregierung versucht in vielfältiger Hinsicht zu helfen. Das gilt auch für den Wohnungsverein: „Vorsorglich haben wir fast durchgängig die Vorauszahlungen für Heizkosten deutlich erhöht. Wenn das nicht reicht, wird der Wohnungsverein weiterhelfen:
“Wenn es zu hohen Nachzahlungen kommt, bieten wir unseren Mitgliedern kostenfreie Ratenzahlungsvereinbarungen an. Bitte
einfach melden, wenn die Abrechnung vorliegt und Bedarf besteht.”

Dies erklärt Karen Stellner aus der Buchhaltung. Ihr Kollege Daniel Schröder aus der Vermietungsabteilung ergänzt:

„Wenn Ihnen eine Ratenzahlungsvereinbarung nicht hilft, dann melden Sie sich bitte trotzdem. Wir prüfen dann, ob Sie Anspruch auf staatliche Förderung haben und unterstützen Sie bei der Antragstellung.“

Für Extremfälle, die durch alle Förderungsraster fallen, besteht zudem grundsätzlich die Möglichkeit der Förderung über unsere Stiftung „Miteinander leben und wohnen.“

Wärmepumpen

Die Lösung für die Zukunft?

Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist im Prinzip identisch mit der eines Kühlschrankes. Während der Kühlschrank allerdings seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab.

Wärmepumpen gelten aktuell als „DIE“ Energielösung für die Zukunft. Auch der Wohnungsverein hat mehrere Wärmepumpenanlagen zur Unterstützung im Einsatz – mit unterschiedlichen Erfahrungen. Die Wirksamkeit von Wärmepumpen wird durch den Wirkungsgrad bestimmt. „Entscheidend ist, wie viel Kilowattstunden Wärme ich aus einer eingesetzten Kilowattstunde Strom erzeugen kann. Je mehr, desto besser“, erklärt Folker Sahlmann aus der technischen Abteilung.

“Wir stehen der Wärmepumpentechnologie aufgeschlossen gegenüber und werden den Einsatz verstärken.”

So ergänzt Sahlmann. „Aktuell versuchen wir, ein Pilotprojekt mit Geothermie in der Wohnanlage Grevenau zu realisieren. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wir wollen hier im kommenden Jahr aktiv werden. Die Details sind aber nicht einfach.“ Während der Einsatz von Wärmepumpen im Neubau schon fast Standard geworden sind, gibt es im Wohnungsbestand doch noch erhebliche Leistungsgrenzen.

Unter dem Strich sind Wärmepumpen eine der ausgereiftesten Möglichkeiten, die kostenlose Energie aus der Umwelt auszuschöpfen – zumindest von der technischen Seite. Stimmen die Bedingungen, so lässt sich mit ihr effizient und umweltschonend heizen.

Bei Heizungsfachmann Julian Pascal Otte von der Firma Opländer ist unsere Wärmepumpe in der Walddöferstraße in guten Händen.
Konkrete Maßnahmenpakete

Was tun wir kurzfristig?

Die Heizungsanlagen des Wohnungsvereines sind durchweg gepflegt, werden regelmäßig gewartet und sind in einem zeitgemäßen Zustand. Dennoch haben wir den gesamten Anlagenbestand in den vergangenen Monaten noch einmal genauer unter die Lupe genommen und verschiedene Maßnahmenpakete zur Senkung der Energieverbräuche beauftragt.

Maßnahmenpaket 1:

Heizkurven optimieren

Wo immer möglich, haben wir eine zusätzliche Prüfung und Optimierung der Heizungseinstellungen veranlasst. Wir haben die sogenannte Heizkurve (das Zusammenspiel von Außentemperatur und Heizungsleistung) auf das gesetzliche Niveau reduziert. Kalt werden soll es trotzdem nicht: Die Temperatur jedes Wohn- und Schlafraumes bleibt bei 21 Grad Celsius in der Raummitte – mehr aber auch nicht.

Nachts wird die Heizungstemperatur abgesenkt, so dass die Wohn- und Schlafräume nur noch maximal 18 Grad Celsius in der Raummitte erhalten.

Abteilungsleiter Jan-Bernd Köller:

“Wir erwarten aus dieser Maßnahme keine großen Effekte, aber jeder Beitrag zur Kostensenkung zählt.”

Maßnahmenpaket 2:

Ältere Heizungsanlagen erneuern

Folgende Anlagen wurden oder werden erneuert:

1) Telemannstraße (Eimsbüttel):
Wurde bereits 2021 erneuert.

2) Schadesweg (Hamm):
Die Modernisierung wurde zum Jahreswechsel abgeschlossen. Die alten Nachtspeicherheizungen unseres Voreigentümers sind entsorgt. Das Gebäude wurde an das Fernwärmenetz der Hamburger Energiewerke angeschlossen.

3) Grevenau (Poppenbüttel):
Ganz oder teilweise Umstellung auf regenerative Energien (Pilotprojekt, siehe Artikel Wärmepumpen).

4) Steilshooper Straße (Barmbek Nord):
Die Solarthermieanlage auf dem Dach wird in den nächsten Monaten erneuert und technisch optimiert in die Wärmeproduktion eingebunden.

5) Grömitzer Weg (Rahlstedt):
Das Gebäude haben wir in diesem Jahr aus privatem Besitz übernommen, die über 40 Jahre alte Gasheizung wird durch Fernwärme ersetzt.

6) Borchertring (Steilshoop):
Das Gebäude ist schon lange energetisch modernisiert. Jetzt investieren wir noch in diesem Jahr rund 70.000 Euro, um die Heizungstechnik auf Vordermann zu bringen.

7) Maienweg (Alsterdorf):
Die Anlagen aus den 90er-Jahren sollen durch eine Quartierslösung ersetzt werden. Gespräche mit den Nachbarn laufen.

8) Alter Zollweg (Rahlstedt):
Anschluss an das Fernwärmenetz von HanseWerk.

9) Paula-Westendorf-Weg (Klein Borstel):
Das Blockheizkraftwerk soll im kommenden Jahr modernisiert werden.

10) Bramfelder Chaussee:
Das Gebäude hat noch eine Ölheizung. Im Zuge des geplanten Neubaus erfolgt ein Anschluss an die Fernwärme der Hamburger Energiewerke.

Maßnahmenpaket 3:

Wärmedämmung der Gebäude verbessern

Eigentlich ist die energetische Modernisierung unserer Gebäude weitgehend abgeschlossen. Dennoch – weiteren Handlungsbedarf gibt es immer. Die großen „Brocken“ sind aber erledigt. Hier der Überblick der geplanten Maßnahmen:

1) Fenstererneuerung:
Diverse Wohnanlagen siehe Artikel „Heizkosten senken“

2) Kellerdeckendämmung:
Wohnanlagen Lattenkamp und Chapeaurougeweg (gerade Hausnummern).

3) Optimierung der Warmwasserbereitung und hydraulischer Abgleich der gesamten Heizungsanlage:
Diverse Wohnanlagen.

4) Dämmung Tiefgaragendecke:
Wohnanlage Swartenhorst.

Fenstererneuerungen können aufwendig sein, wie dieses Beispiel aus der Otto-Grot-Straße in Allermöhe zeigt.
Nach dem hydraulischem Abgleich wird die Wärme besser verteilt und Energie gespart.

Maßnahmenpaket 4:

Die Kraft der Gemeinschaft nutzen

Typisch Genossenschaften. Die alten genossenschaftlichen Prinzipien funktionieren auch heute noch: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“.

Die Wohnungsbaugenossenschaften arbeiten in Hamburg für alle Mitglieder eng zusammen. Gemeinsam mit dem Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (vnw) gelingt es uns immer wieder, Vorteile für die Mitglieder zu generieren. Hier die konkreten Vorteile:

1) Messtechnik (Kalorimeta):
Die Abrechnung der Heizungs- und Warmwasserkosten wird durch gesetzliche Auflagen immer komplizierter und teurer. Unter Federführung des Wohnungsvereines haben wir gemeinsam mit fünf anderen Genossenschaften diese Dienstleistungen ausgeschrieben. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Kosten sinken erstmalig für das Abrechnungsjahr 2022 deutlich – trotz erheblich erweiterter Leistungen. Details siehe Mitgliederzeitung „bei uns“ Winter 2022.

2) Gaseinkauf (E.ON):
Der Gaseinkauf erfolgt über den genossenschaftlichen Interessenverband vnw für die drei Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam. Dadurch können signifikante Vorteile gegenüber anderen Vermietern für die Mitglieder generiert werden. Man mag es kaum glauben, aber planmäßig sinkt der vertraglich vereinbarte Preis bis einschließlich 2024!

3) Stromversorgung (Stadtwerke Rostock):
Hier erfolgt die Ausschreibung und der Einkauf ebenfalls über den vnw für die drei norddeutschen Bundesländer mit den gleichen wirtschaftlichen Vorteilen für die Mitglieder. Derzeit beziehen wir unseren Strom über die Stadtwerke Rostock.

Heizkraftwerk Tiefstack mit Fernwärmeleitung

4) Fernwärme (Hamburger Energiewerke):
Der Rahmen- und Kooperationsvertrag wird über den vnw verhandelt. Der bisherige Vertrag ist Ende Juni beendet worden, damit ist auch der Großkundenrabatt in Höhe von 13,1 % entfallen. Der Vertrag wurde zunächst mit verringertem Rabatt um ein Jahr verlängert, 2023 wollen die Energiewerke zusätzlich ein neues Preissystem etablieren. „In mühsamen Verhandlungen konnten wir auf Verbandsebene erreichen, dass der Rabatt nicht sofort komplett entfällt, sondern in Stufen bis 2025 abgebaut wird. Zumindest ein kleiner Verhandlungserfolg“, berichtet Vorstandsmitglied Holger Fehrmann, der mit dem Thema über die Verbandsgremien befasst ist.

5) Quartierslösungen:
Die Installation neuer Heizungssysteme ist sehr aufwendig und teuer. Deshalb unterstützen wir Quartierslösungen, bei denen sich mehrere Grundstücksnachbarn zusammenschließen, um nachhaltige Lösungen zu finden. Ein sinnvolles, aber schwieriges Geschäft: „Wenn wir genossenschaftliche oder städtische Nachbarn haben, dann finden wir meist gute Lösungen für die Mitglieder. Private Investoren legen häufig eher den Fokus auf die eigene Rendite und wollen nicht freiwillig investieren“.

Nützliches

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